Archiv der Kategorie: Allgemein

Immer schön sauber bleiben!

Irgendwie erinnert mich dies an misslungenes Targeting bei der Online-Werbung. Denn ob dieses Plakat wirklich über diesem Kondom-Automat aufgehängt werden sollte bzw. wollte? Oder war es vielleicht Absicht, damit jeder durch die Werbung sofort an dieses wichtige „Eine“ denkt? Ich weiß ja nicht. Schon sonderbar, was hier in dieser NRW-Stadt so zu finden ist …

Werbe-Targeting mal etwas anders.
Praktische Kombination oder misslungene Werbung?

Deutsche Geografie mit Foursquare

Foursquare hat mit seiner Time Machine ein neues Tool entwickelt, das alle CheckIns des Users visuell eindrucksvoll im zeitlichen Ablauf verdeutlicht – andererseits aber gerade auch Menschen mit Datenschutzbedenken deutlich vor Augen führt, welche Daten Foursquare alles so abspeichert. Unabhängig davon: So ganz scheint Foursquare aber sich mit der deutschen Geografie noch nicht auseinandergesetzt zu haben. Oder wie soll bitte dieser Flug funktionieren?

Diesen Flug kann nur Foursquare
Diesen Flug kann nur Foursquare

Abschied: Tipps für Kolumbien-Reisende

Cartagena bei Nacht in Kolumbien

Nach drei Wochen ist meine Kolumbien-Reise jetzt zu Ende. Statt eines Resümees will ich lieber jedem Neugierigen dieses Land wärmstens ans Herz legen. Und damit die Reiseplanung etwas einfacher wird, habe ich meine wichtigsten Tipps kurz zusammengefasst.

Flüge: Meinen richtigen billigen Airfrance-Flug (ca. 550 Euro) habe ich über meine derzeitige Lieblings-Reisesuchmaschine swoodoo geschossen. Im Inland bin ich bislang mit der Billigfluglinie Easyfly, der Staatslinie Avianca und der Panana-Line Copa geflogen – alle recht zuverlässig und pünktlich.

Reisezeit: Eigentlich empfiehlt jeder den Zeitraum zwischen Dezember und April als Reisemonate – also zwischen den Reisezeiten. Aber bei dem, was „La Nina“ mit uns dieses Jahr wieder angestellt hat (bzw. wir mit der Natur anstellen), werden Reisezeit-Tipps immer schwieriger. Trotzdem würde ich den Zeitraum bis auf den Januar empfehlen, denn da hat das gesamte Land Ferien, und die Preise sind deutlich höher.

Hotels: (alles Preise für EZ/DZ inkl. Frühstück)

  • Bogota: Dieses Mal habe ich die Casa Violeta gewählt, das sich wie viele hier „Boutique“ nennt. Das Hostal ist erst 6 Monate alt – und noch viel wird gewerkelt. Das Team nett und bemüht, der Preis pro Zimmer bei 29 Euro mit Gemeinschaftsbad okay. Wer keine Heizung braucht (in Bogota wird’s auf 2.700m verdammt kalt) und null lärmempfindlich ist (Zimmer sind ziemlich hellhörig) kann zum Beispiel mein Comic-Zimmer buchen. Aber es gibt mit Sicherheit besseres zu ähnlichen Preisen.
  • Villa de Leyva: Die Hospederia La Roca war meine persönliche Lieblings-Neuentdeckung – und das zum jährlichen Feuerwerkspektakel. Direkt an einem der schönsten Plätze der Welt gelegen dehnt sich das Hotel sich über zwei große, zweistöckige Innenhöfe aus. Wunderbare Zimmer, tolle Atmosphäre und das für 30 Euro inkl. Privatbad – ich war 4 Nächte lang sehr glücklich.
  • Tunja: Über dieses Hotel in der eher mittelprächtigen Stadt hülle ich lieber den Mantel des Schweigens. Besser nach 2 Stunden Aufenthalt direkt weiterreisen.
  • San Gil: Erst vor 2 Monaten als Hotel-Ergänzung zu Sam’s Hostel eröffnet, will Sam mit der Mansión del Parque Reisende anziehen, die etwas mehr als Mehrbettzimmer und Gemeinschaftsbad erwarten. 30 Euro mit Bad ohne Frühstück ist für den großen, extrem hellhörigen Raum nicht billig. Auch würde ich eher eine Unterkunft in dem wunderschönen, nur 40 Minuten entfernten Kolonial-Dorf Barichara empfehlen.
  • Girón: Auch wenn die E-Mail-Kommunikation mit dem Hotel Las Nieves etwas mühsam war, hat es sich gelohnt: Direkt am Hauptplatz des wunderschönen Ortes Girón gelegen, ist es ein stolzes, hübsches Haus mit nettem Innenhof, extrem großräumigen Zimmern – und das für 15 Euro inkl. Privatbad.
  • Santa Marta: Mein Lieblingshotel: Jeder, der nach Santa Marta kommt, sollte unbedingt ins Nueva Granada. Das Team um Javier ist supernett und hilfsbereit, die Lage der Zimmer rund um den Innenhof mit kleinem Pool und krächzendem Papagei entspannt. Und wem es wie mir mal gesundheitlich schlecht geht, kann sich auf alle 100%ig verlassen. Der Preis: 25 Euro pro Zimmer mit Bad. Besser geht es nicht.
  • Cartagena: Die schönste Stadt Kolumbiens ist teuer – und auch die Hotels sind nicht wirklich billig. Wer ein bisschen Qualität haben will, sollte sich das 3 Banderas vornehmen. Die Lage im etwas weniger touristischen Stadtteil San Diego ist top, alles Sehenswürdige in sicherer Laufentfernung, das Haus mit seinen Brunnen und den Zimmern sehr geschmackvoll gestaltet, das Team stets hilfsbereit. Der Preis: 75 Euro inkl. a/c, Frühstück und Bad.

Eine andere Religiositaet

Ich habe schon oefters ueber das Thema Religiositaet in Kolumbien und ueber die Menschen geschrieben, wie sie diese leben, indem sie – ob jung oder alt, gesetzt, cool, trendy, normal, reich oder arm – sofort das Kreuz auf der Brust schlagen, nicht nur wenn sie ein Gotteshaus betreten, sondern oft auch wenn sie es nur passieren. Oder wie sie im Gebet tief versunken trotzdem noch zu ihrem laeutendem Handy greifen, da das Mobiltelefon ihr Einundalles ist. Bei diesen Moment zeigt sich, dass die Religiositaet fester Bestandteil und Teil der inneren Seele aller Kolumbianer ist. Wenn man sich nicht mit ihr auseinander setzt, wird man das Land und die Menschen nie wirklich verstehen koennen.

Gerade komme ich beispielsweise aus einer Kirche – schliesslich ist heute Weihnachten. Und in fremden Kulturen lernt man an diesen Orten und Tagen viel ueber das Wesen der Menschen. Die Weihnachtsmesse lief – und vieles brachte mich zum Schmunzeln. Da war zum einen diese riesige Krippe, die – wie alles hier im Land – nicht mit echten Kerzen, sondern mit einem gliktzernden und dynamisch reagierenden Lichterketten-Kombo erleuchtert war, die meinen LED-Freund Jens begeistert haette.

„Stille Nacht, heilige Nacht …“ wurde von einer Seagerin samt akkustischer Guitarre – inklusive elektronischem Kirchen-Verstaerker – angestimmt. Und – fuer die nicht Textfesten – wurde neben dem Altar ein Beamer mit Leinwand aufgebaut, ueber die die Gesangszeilen leicht nachlesbar liefen.

Auch viele gerade der Besucherinnen haette man bei uns kaum zur Messe zugelassen: Weihnachtsfein aufgehuebscht (wie alle in der Stadt) stoeckelten sie auf den hoechsten Schuhen, in den kuerzesten, engsten Roecken und mit den tiefst ausgeschnittenen, schulterfreien Kleidchen in und durch die Kirche, am Eingang sorgfaeltig das Kreuz auf die Brust zeichnend, um dann neben Freundinnen und natuerlich der Familie in einer Kirchenbank knieend im Gebet zu versinken.

Auch dies ist wieder eines der zahlreichen Symbole, wie „normal“ hier der Umgang der Menschen mit ihrer Religiositaet und ihrem ueberzeugten Glauben ist, die fester Bestandteil ihres Leben und ihrer ganz persoenlichen Liebe sind.