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Spielwiese und Projektebene für Journalismus-Studenten der FH Hannover.

Aufstand an der Basis: Von Fans organisierte Fußballvereine haben Großes vor

Currywurst statt Kaviar, Bier statt Burgunder. Fußballfans aus ganz Europa wollen derzeit ein Zeichen gegen den maßlosen Kommerz im Sport setzen. Ein Beitrag, wie Fans aus England und Deutschland den Mächtigen der Branche die Stirn bieten wollen, aber auch wie Trittbrettfahrer die Idee ausnutzen.

Im November 2007 explodierte beim deutschen Vorzeige-Club Bayern München die Bombe. Auf der Jahreshauptversammlung des Vereins platzt Manager Uli Hoeneß der Kragen, als er von einem einfachen Mitglied auf die schlechte Stimmung in der Münchener Allianz-Arena, der Heimspielstätte der Bayern, angesprochen wird. „Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid“ und „für die Scheiß-Stimmung seid ihr doch verantwortlich“, bellt es vom Rednerpult herab. Ein gellendes Pfeifkonzert aus dem Plenum deutet an, was die Basis des Vereins von Hoeneß‘ Generalabrechnung mit dem einfachen Fanvolk hält.

Vergessen und verhallt – der Protest
In der Folgezeit kocht allerdings nicht nur die bayerische Volksseele. In Internet-Blogs und -Foren, auf den Traversen deutscher Stadien und an den Stammtischen regt sich Protest. Der Tenor ist allenorts der gleiche: der Fußball scheint sich endgültig vom Volkssport Nummer Eins verabschiedet zu haben und steuert mehr und mehr in Richtung „durchkommerzialisiertes Event“ zu.

Doch so leidenschaftlich seinerzeit darüber diskutiert wurde – die verbalen Entgleisungen des mittlerweile ehemaligen Bayern-Managers ringen den meisten Fans heutzutage nur noch ein müdes Lächeln ab. Zuviel ist durch den Blätter- und Datenwald gerauscht, als dass sich noch irgendjemand ernsthaft vor den Kopf geschlagen fühlt.

Revolution im Mutterland des Fußballs
Noch weit bevor der deutsche Fan über den Kommerz im Sport und seine Auswüchse diskutiert hat, kam dem Engländer Will Brooks im Februar 2005 eine Idee: Brooks ist Anhänger des Premier-League-Clubs FC Fulham, der sich mehrheitlich im Besitz des ägyptischen Multimilliardärs Mohamed Al-Fayed befindet. Weil es sportlich aber unter der Regentschaft des „Krösus vom Nil“ keineswegs aufwärts geht für den Londoner Club, sieht der ehemalige Sportjournalist Brooks nur einen Ausweg: er will selbst die sportlichen Geschicke einer Profimannschaft lenken. Da es aber am notwendigen Startkapital mangelt, ruft er kurzerhand die Website myfootballclub.co.uk ins Leben.

Die Idee, die dahinter steckt ist simpel: jeder registrierte User zahlt einen jährlichen Betrag über 35 Pfund und hat im Gegenzug volles Mitspracherecht, wenn es um die Verpflichtung neuer Spieler, den Ausbau des Stadions und die Mannschaftsaufstellung am Spieltag geht.

Aus der anfänglichen Idee ist heute Ernst geworden. Rund 52 000 Mitglieder zählt myfootballclub.co.uk heute, im Januar 2008 wurde mehrheitlich die Übernahme des Fünft-Ligisten Ebbsfleet United beschlossen. Zwar gelang es dem Club aus der Grafschaft Kent nicht, den angestrebten Durchmarsch in die nächsthöheren Ligen zu schaffen, doch darauf kommt es den meisten Mitgliedern auch nicht an. Ehrlicher Fußball, kleine Erfolgserlebnisse und gelebte Basisdemokratie sind es, die den geneigten Ebbsfleet-Anteilseigner glücklich machen. Und vor allem die Kampfansage an sämtliche Immobilien-Tycoons und Öl-Oligarchen: „Seht her, für uns ist ein Fußballklub kein nettes Spielzeug und was ihr könnt, können wir sowieso schon lange“.

Halbherziges aus Deutschland
Es dauerte nicht lange, bis die Idee in Deutschland ihre Nachahmer fand. An vorderster Linie: Sönke Wortmann – der Regisseur, der mit seinem Filmen „Das Wunder von Bern“ und „Deutschland – ein Sommermärchen“ die Euphorie zur WM 2006 schürte und damit maßgeblichen Anteil  an der Kommerzialisierung des „Events“ trägt. Unter www.deinfussballclub.de findet sich eine nahezu identische Kopie des englischen Originals. Die rund 10 000 Mitglieder lenken seit April 2008 die Geschicke des einstigen Traditionsclubs Fortuna Köln, der mittlerweile in der fünftklassigen NRW-Liga gestrandet ist.

Problem nur: dem Projekt mangelt es an Ernsthaftigkeit. Knallige Farben und knackige Imperative à la „Werde Manager und Co-Trainer“ auf der Homepage lassen eher auf ein spaßiges Onlinespiel schließen, als auf ein aktives Aufbegehren gegen die Großen und Mächtigen, die im Hintergrund die Fäden ziehen.

Rechts am Tor vorbei
Ernsthaft, aber sicherlich nicht ernst zu nehmen ist die Initiative „Mein deutscher Fußballverein“. Denn die Idee, einen Fußballverein basisdemokratisch von einer breiten Masse zu führen, hat neuerdings auch die Gemeinde der geistig Armen erreicht. In zahlreichen Online-PR-Portalen wirbt die Initiative um den Bremer Rechtsanwalt Thomas Staab mit dem markigen Slogan „Fußball kommt zurück – zu den Fans“. Die Projekt-Idee ist altbekannt: 30.000 Mitglieder sollen einen jährlichen Betrag von knapp 50 Euro überweisen und einen in der Versenkung verschwundenen Traditionsclub durch ihren Sachverstand wieder nach oben führen. Als mögliche Kandidaten sind auf der Homepage der Initiative Vereine wie der VfB Oldenburg, Lok Leipzig oder Waldhof Mannheim aufgeführt.

Soweit nichts Neues oder Schlechtes. Doch wer sich die Leitlinien hinter „Mein deutscher Fußballverein“ genauer ansieht, dürfte stutzig werden. Unter anderem heißt es dort, die Zahl der Ausländer im Team solle auf zwei begrenzt werden, um „ein Signal gegen den vorhandenen Multikulti-Aktionismus zu setzen“.

Neben Thomas Staab sitzt auch der selbstständige Kfz-Meister Thorsten Schibblock im Boot. Recherchen durch die Bremer Antifa ergaben, dass Schibblock bis zu ihrem Verbot 1992 Vorsitzender der „Nationalen Front“ war. Auch in rechten Hooligan-Kreisen soll der Name weit mehr als nur geläufig sein. Mittlerweile beschäftigt sich auch die Bremer Bürgerschaft mit dem Projekt und bestätigte die Vermutungen: das Innenressort sprach eine offizielle Warnung aus.

Seitens der Betreiber bemüht man sich nun, potentielle Mitglieder nicht zu verprellen. Auf der Startseite prangt neuerdings der Hinweis, es handle sich zwar um ein „polarisierendes“, aber gänzlich „unpolitisches“ Projekt. Doch auch wenn man versucht, den Mief der eigenen Herkunft loszuwerden, könnte ein Punkt vielen Interessenten sauer aufstoßen. Weniger im Hinblick auf die mehr oder weniger versteckte Deutschtümelei, sondern eher aus Kosten-und-Nutzen-Gründen. In den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Seite ist nämlich vermerkt, dass satte 15 Euro des Anteils in die „Verwaltung“ der Website und der Initiative fließen. Am vielen Traffic mag es freilich nicht liegen, gerade einmal 70.000 Besucher haben sich bisher auf die Seite verirrt.

Tarzan: Kabel statt Liane?

Droht kulturellen Großereignissen, wie wir sie kennen, das Aus? Ab 2016 sollen die Funkfrequenzen zwischen 790 und 862 Megahertz an Funk-DSL-Anbieter verkauft werden. Das Problem: Auf diesen Frequenzen senden zurzeit Drahtlosmikrofone.

Max kann es immer noch nicht richtig fassen. Ein halbes Jahr hat er auf dieses Konzert gewartet, 60 Euro für die Karte bezahlt. Jetzt steht er in der zweiten Reihe und springt zu den Hits der Red Hot Chili Peppers auf und ab. Sein bester Freund Daniel wollte auch mit, war aber kurzfristig krank geworden. Also schnell für Daniel ein Foto mit dem Handy knipsen und über das mobile Hochgeschwindigkeitsinternet in Windeseile hoch laden. So kann sich Daniel wenigstens auf seinem Laptop einen Eindruck verschaffen.

Doch gerade, als Max das Foto hoch lädt, bekommt die Musik Aussetzer, auch die Stimme von Anthony Keidis scheint zu haken. Die Band ist irritiert, bricht den Song in der Mitte von „By the way“ plötzlich ab. Keiner weiß so richtig, was los ist. Nachdem Keidis kurz ein paar Worte von einem Techniker geflüstert bekommen hat, macht er eine Ansage: „Macht alle eure Handys aus. Ihr stört unsere Technik. So können wir nicht spielen!“

Eine überzeichnete Vorstellung der nahen Zukunft? Vielleicht. Auf keinen Fall aber sollte diese Szene so einfach abgetan werden. Denn Konzerten, Theater- und Musicalaufführungen sowie den Übertragungen von Großereignissen wie einer Fußballweltmeisterschaft drohen massive Änderungen.

The Subways_1

Frequenzen werden versteigert

Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung“: Dieses Wortungetüm steht für eine Gesetzesänderung, die den Anbietern funkgetragener Breitbandverbindungen ab 2016 den Frequenzbereich zwischen 790 und 862 Megahertz zusichern soll. Die einzelnen Lizenzen sollen, ähnlich wie bei den UMTS-Lizenzen im Jahr 2000, an kaufwillige Unternehmen versteigert werden und so Gelder in die marode Staatskasse spülen. Durch das schnelle Internet per Funk sollen neben mobilen Anwendungen wie beispielsweise auf dem Handy vor allem auch ländliche Kommunen mit DSL beziehungsweise ADSL versorgt werden. Das würde die so genannten „weißen Flecken“ auf der Landkarte tilgen, die einer Vollversorgung mit Breitband-Internet in Deutschland noch im Weg stehen.

Auf dem angepeilten Frequenzband zwischen 790 und 862 Megahertz aber operieren zurzeit eben drahtlose Mikrofone, Musikinstrumente und ähnliche Geräte. Sie teilen sich die Frequenz mit dem Fernsehen und nutzen solche, auf denen regional keine Fernsehsender liegen. Diese Praxis klappt bislang wunderbar. Mit der Digitalisierung des Fernsehens aber werden diese Frequenzen vom Medium Nummer Eins nicht mehr gebraucht, die Funkstrecken als Zweitnutzer bleiben auf der Strecke – mit gerade kulturell gesehen verheerenden Folgen.

Musicals wie beispielsweise Tarzan in Hamburg wären ohne die drahtlose Tonübertragung aufgeschmissen. Die Sänger hangeln sich meterweit über dem Boden und teilweise auch über den Köpfen der Zuschauer an Seilen entlang. Über Funkstrecken wird der Ton dann an die Empfänger neben und hinter der Bühne geleitet, von wo aus er schließlich in die Boxen und somit die Ohren der begeisterten Zuschauer gelangt. Künftig wäre dies nur noch möglich, wenn sich die Schauspieler an den Mikrofonkabeln selbst entlang hangeln.

Ähnliches gilt für Konzerte jeglicher Art. Großartige Bühnenshows wie sie die Bands unserer Zeit bieten sind ohne drahtlose Technik kaum vorstellbar. Ein Robbie Williams mit einem endlos langen Kabel an seinem Mikrofon wäre nicht dasselbe. Schließlich lebt der Star aus England auch von seinem Spiel mit dem Gerät, das er wie kein Zweiter in der Luft herumwirbelt. Aber nicht nur die Sänger, auch die Musiker trifft es. Von der E-Gitarre über den Bass bis hin zu Bläsern bei Ska-Konzerten läuft der Großteil heute auf Grund der Bewegungsfreiheit über Funk. Und das nicht nur im professionellen, sondern auch im Hobby-Bereich.

Der Kulturbereich sieht sich also tief greifenden Veränderungen gegenüber, die nicht einfach wegzudiskutieren sind. Nur am Rande: Auch bei den Übertragungen sportlicher Großereignisse wie dem Spielbetrieb der Fußballbundesliga oder aber Weltmeisterschaften diverser Sportarten sind nur realisierbar, wenn Tonsignale per Funk an die richtigen Stellen übertragen werden. Eine Störung dieser Übertragungen dürfte weltweit für Aufregung sorgen. Dennoch sollen die benötigten Frequenzen an die Anbieter von Funkinternet verkauft werden. Nach Aussage der Bundesregierung soll die drahtlose Tontechnik auf andere Frequenzbereiche ausweichen.

The Subways_2Umrüstung ist teuer und langwierig

Die Umrüstung der allein in Deutschland betroffenen Mikrofone würde weit mehr als eine Milliarde Euro kosten, rechnet der Verband für professionelle drahtlose Produktionstechnologie (APWPT) vor. Erste Tests des Instituts für Rundfunktechnik in München ergaben zudem, dass sogar das Kabelfernsehen gestört wird. Zu Bildstörungen kann es auch dann kommen, wenn nur beim Nachbarn ein Funkinternet-Gerät im Einsatz ist, heißt es.

Eine Umrüstung und Neuausrichtung der Drahtlosmikrofone wäre auch nicht nur teuer, sondern auch ein qualitativer Rückschritt. Anbieten würde sich etwa der untere Frequenzbereich von 174 bis 230 Megahertz. Dieser ist aber extrem störanfällig und daher nur schlecht geeignet für Veranstaltungen, bei denen es auf exzellente Tonqualität ankommt. Eine weitere Möglichkeit wäre der Bereich von 470 bis 790 Megahertz, der allerdings für große Rundfunkproduktionen wie dem Eurovision Song Contest oder Wahlveranstaltungen vorgesehen ist. Daher vergibt die Bundesnetzagentur, die für die Zuteilung von Funkfrequenzen zuständig ist, nur in Ausnahmefällen Einzelgenehmigungen an bestimmte Nutzer.

Langfristig bleibt den Herstellern also nur der hohe Frequenzbereich ab 1455 Megahertz. Doch auch hier drohen Störungen, der Bereich ist nicht unbedingt für aktuelle Funkmikrofone geeignet. Die Bundesnetzagentur sieht hier aber vor allem die Hersteller in der Pflicht und fordert diese auf, ihre Produkte zeitnah an den hohen Frequenzbereich anzupassen und gegebenenfalls neue Produktgruppen zu entwickeln.

Doch das kostet Zeit. Zeit, die den Forschungsabteilungen der großen Hersteller wegläuft. Denn bis 2016 müssen die neuen Produkte spätestens marktfertig sein. Von der Idee über die ersten Prototypen bis zum Test im Ernstfall vergehen aber schnell einige Jahre. Schließlich müssen die bislang ungenutzten hohen Frequenzbereiche erst genau untersucht werden, bevor die Mikrofone an die Gegebenheiten und Störquellen angepasst werden können.

Die Bundesnetzagentur sieht keine Gefahr für kulturelle Großereignisse, ist überzeugt von der Anpassungsfähigkeit der Mikrofonhersteller. Eine Taktik, die aufgehen kann. Unter dem Druck der drohenden Absatzlücke arbeitet es sich vielleicht schneller und produktiver. Schaffen es die Entwickler aber nicht schnell genug, zu reagieren, ist der Unmut in breiten Teilen der Bevölkerung bereits jetzt vorprogrammiert.

Schwimmende Stände und Männerparken: Kurioses auf deutschen Weihnachtsmärkten

Wünschen Sie sich nicht auch manchmal ihren nörgelnden Partner während des Weihnachts-Shoppings einfach irgendwo zu parken und später wieder abzuholen? Diesen Traum können Sie sich jetzt in Celle erfüllen. Und auch andere Weihnachtsmärkte in ganz Deutschland bieten mehr als das obligatorische Glühweintrinken. Eine Reise über die erstaunlichsten Erfindungen auf unseren Weihnachtsmärkten. Die erste Etappe führt in den Norden des Landes.

Tausche Mann gegen Abholschein
Claudias Vorschlag mal wieder über den Weihnachtsmarkt zu schlendern, stößt bei ihrem Mann Thomas auf wenig Wohlgefallen. Eintauchen in die Menschenmaßen, hier mal schauen, da etwas suchen- nichts für ihn. Der Gedanken an „oh du fröhliche“ läst ihn schwarz sehen. Gut, dass es in Celle die „Oase der Ruhe gibt“.

Claudia, gibt ihren Shoppingmuffel Thomas gegen eine Wertmarke dort ab – damit sie ihn auch wieder findet – und sucht in Ruhe nach ihren letzten Geschenken. Im Holzhaus kümmert sich geschultes Personal um Thomas und seine Leidensgenossen. Die shopping-geplagten Männer können dort Fußball schauen, Kicker spielen oder in Ruhe ein genüssliches Bier trinken. Als Claudia  ihren Thomas wieder abholt sind beide entspannt und zufrieden. Der weihnachtliche Familienfrieden ist für diesen Abend gesichert.

Nur wenige Meter von der Oase der Ruhe entfernt, geht es turbulenter zu. Die Weihnachtsmann-Meisterschaft findet auch in diesem Jahr wieder statt. Viele verschiedene Disziplinen fordern die Anwärter heraus. So gilt es beim Kindertrösten zwei aufgelöste Kinder zu beruhigen oder beim Kufenwechsel Geschick bei der Reparatur des Rentierschlittens zu beweisen. Der Sieger darf als Ober-Weihnachtsmann auf dem Marktplatz der Residenzstadt Celle die Menschen begeistern. Eine andere Figur fasziniert die Menschen in Lohr im Spessart…

Märchenhafte Weihnacht mit Schneewittchen
„Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut und Haare so schwarz wie Ebenholz“. Die Rede ist natürlich von Schneewittchen. Und diese Märchen-Schönheit spaziert zusammen mit ihren Zwergen über den Weihnachtsmarkt in Lohr. Unter dem Motto „Schneewittchens Schlossweihnacht“ wird der ganze Markt in eine Märchenwelt verwandelt. Vor der Kulisse eines Zwergenhauses, eines großes Lagerfeuers und eines Märchenzelts kann man in die Fantasielandschaft eintauchen.

Passend dazu können Besucher Spezialitäten wie Liebesäpfel, Hexenbier und Zwergenvesper probieren. Der Hintergrund für das Märchenthema: In Lohr ist man sich sicher, dass sich das Märchen von Schneewittchen in dieser Region abspielte.

Schiffsweihnacht mit Kölner Altstadt-Panorama
Im 250km entfernten Köln dringt ein dumpfes Tuten dringt durch die Altstadt. Angelegt und einige Meter von den anderen weihnachtlich gestalteten Plätzen entfernt, liegt der schwimmende Weihnachtsmarkt der Stadt. Mehrere Etagen und 40 Stände laden zum adventlichen Stöbern ein. Von der Wasserlage der „MS Wappen Köln“ erhascht man den eindrucksvollsten Blick auf das weihnachtliche Köln-Panorama.

In Schwanken gerät man durch die sachten Wellen des Rheins und den köstlichen Glühwein. Bleibt zu hoffen, dass der mit Lametta verkleidete Rettungsring dekorativ an seinem Platz hängen bleiben kann. Wieder an Land geht’s weiter ins Allgäu nach Gengenbach.

Der größte Adventskalender der Welt in Gengenbach
Jeden Tag ein Türchen öffnen – wieder ist es ein Tag weniger bis zum heiligen Abend. Diesen klassischen Brauch setzt in diesem Jahr die Stadt Gengenbach in eigener Kreativität um. Das sonst so bürokratisch geprägte Rathaus wird in diesen Tagen in den größten Adventskalender der Welt verwandelt.

Eindrucksvolle und verträumt gestaltete Bilder, Musik und Geschichten der berühmten Autoren Ottfried Preußler und Michael Ende verwandeln die Stadt in einen wahren Weihnachtstraum. Eingebettet in die romantische Altstadt grüßen täglich aus einem der exakt 24 Fenster des Rathauses Räuber Hotzenplotz oder andere Kultfiguren der Autoren Groß und Klein.

Zu Gast beim Weihnachtsmann
Standortwechsel: Ein besonderes Erlebnis bietet sich in Brandenburg für Weihnachtsmarkt-Besucher. Hier können Kinder den Weihnachtsmann in seiner Arbeitsstube besuchen und bei beim Erfüllen der vielen Wünsche beobachten. Denn in dem kleinen Ort mit dem passenden Namen „Himmelpfort“ steht Deutschlands offizielle Weihnachts-Postfiliale.

Nicht nur persönlich hört sich der der Weihnachtsmann die Wünsche der Kinder an, jeder kann ihm den Wunschzettel auch direkt nach Himmelpfort schicken: An den Weihnachtsmann, 16798 Himmelpfort. Und das Besondere: Jeder der Briefe wird auch garantiert vom Mann im roten Mantel und seinen Helfern beantwortet.

Mit dem Ende dieser Reise breitet sich Weihnachtsstimmung aus. Deutschlands Weihnachtsmärkte zeigen sich von ihrer außergewöhnlichen Seite und bringen Spaß und Faszination für alle Weihnachtsfans.

Depression im Profisport: Robert Enke ist kein Einzelfall

Depression im Profisport: Robert Enke ist kein Einzelfall
Der Freitod des Nationaltorwartes löst in Deutschland eine Diskussion um eine weit verbreite-te, aber kaum wahrgenommene Krankheit aus. Mit etwa 4 Mio. Betroffenen gehören Depres-sionen zu den häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. Auch andere internationale Spitzensportler, wie Skispringer Sven Hannawald, der italienische Nationaltorwart Gianluigi Buf-fon und der belgische Radprofi Dimitri De Fauw, litten unter den Symptomen.
Fußballdeutschland hat mit Robert Enke einen großen Sportler verloren. Was treibt einen erfolgreichen Menschen dazu, das Leben gegen den Tod zu tauschen?
Selbstmord – letzter Ausweg?
Der Begriff „Depression“ wird heute fast inflationär verwendet. Doch nicht hinter jeder Verstimmung, jeder Traurigkeit verbirgt sich auch wirklich eine Depression. Depressionen stellen eine Erkrankung des seelischen Zustandes und des Gehirns dar. Nur wenn sie länger anhält oder saisonbedingt wiederkommt, spricht man von einer ernstzunehmenden Erkrankung. Medizinisch ist die Krankheit schwer diagnostizierbar und sehr unspezifisch, weshalb sie oftmals nicht erkannt wird und den Opfern nicht geholfen werden kann.
Die häufigsten Merkmale einer Depression (http://www.depression.de):
Antriebslosigkeit
Innere Unruhe und Schlafstörungen
Fehlende Lebensfreude
Innere Leere und Traurigkeit
Vermindertes Selbstwertgefühl
Schwindendes Interesse
Konzentrationsschwäche
Unentschlossenheit
Schuldgefühle, Selbstanklagen
Gestörte Farbwahrnehmung (alles ist grau)
Gedanken an Selbstmord
Körperliche Beschwerden und Missbefinden
Enkes Krankheit wurde erkannt. Aus Angst vor den Reaktionen der Öffentlichkeit und demJugendamt zog er die ambulante einer stationären Behandlung vor. Ein Fehler wie wir jetzt wissen. Wie im Fall Enke sind Selbstmordgedanken typisch für das Krankheitsbild. Tatsäch-lich nehmen sich rund 3-4 Prozent der Erkrankten das Leben, wobei der Anteil der Männer mit 70 Prozent deutlich höher ist als der der Frauen. Der belgische Radprofi Dimitri de Fauw litt ebenfalls an Depressionen, in Folge dessen er sich das Leben nahm. Auslöser war ein Radunfall beim Sechstagerennen 2006 in Gent. Nach einer schweren Kollision starb sein Radsportkollege damals an den Folgen seiner Verletzungen.
„Ich war todunglücklich.“
Das Krankheitsbild Depression kann jeden treffen. Meist führen mehrere Faktoren zum Ausbruch, sowohl körperliche als auch psychische. Durch die Gesellschaft formulierte Attribute wie beruflicher Erfolg, finanzielle Absicherung und Gesundheit sind kein Schutz vor demAusbruch der Krankheit. Das zeigt sich auch am Beispiel des Ex-Fußball-Nationalspielers Sebastian Deisler: «In Berlin habe ich in meiner Wohnung gesessen, ich war bekannt in ganz Deutschland, ich war oben angekommen, und vor der Tür stand ein Mercedes. Aber das alles hat mich nicht mehr glücklich gemacht… Ich war todunglücklich.» so Deisler in seiner Biografie „Zurück ins Leben“. Deisler begab sich in eine Klinik und konnte geheilt werden. Ebenso Skispringer Sven Hannawald, Sieger der Vier-Schanzen-Tournee 2002, litt an Depressionen im Anfangsstadium. Er beendete seine Karriere 2005 und ist heute unter anderemals Experte im ZDF tätig.
Italiens Nationaltorwart Gianluigi Buffon, die deutsche Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen und der brasilianische Fußballstar Adriano sind weitere prominente Fälle. Es ist zu anzunehmen, dass die Dunkelziffer weitaus größer ist.
Nützliche Links:
Selbsttest: http://www.depression.de/fragebogen/frs
Selbsthilfe: http://www.hilfe-gegen-depressuionen.de
Forum: www.depressionen-depressione.net/forum

Der Freitod des Nationaltorwartes löst in Deutschland eine Diskussion um eine weit verbreitete, aber kaum wahrgenommene Krankheit aus. Mit etwa 4 Mio. Betroffenen gehören Depressionen zu den häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. Auch andere internationale Spitzensportler, wie Skispringer Sven Hannawald, der italienische Nationaltorwart Gianluigi Buffon und der belgische Radprofi Dimitri De Fauw, litten unter den Symptomen.

Fußballdeutschland hat mit Robert Enke einen großen Sportler verloren. Was treibt einen erfolgreichen Menschen dazu, das Leben gegen den Tod zu tauschen?

Selbstmord – letzter Ausweg?

Der Begriff „Depression“ wird heute fast inflationär verwendet. Doch nicht hinter jeder Verstimmung, jeder Traurigkeit verbirgt sich auch wirklich eine Depression. Depressionen stellen eine Erkrankung des seelischen Zustandes und des Gehirns dar. Nur wenn sie länger anhält oder saisonbedingt wiederkommt, spricht man von einer ernstzunehmenden Erkrankung. Medizinisch ist die Krankheit schwer diagnostizierbar und sehr unspezifisch, weshalb sie oftmals nicht erkannt wird und den Opfern nicht geholfen werden kann.

Die häufigsten Merkmale einer Depression:

  • Antriebslosigkeit
  • Innere Unruhe und Schlafstörungen
  • Fehlende Lebensfreude
  • Innere Leere und Traurigkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Schwindendes Interesse
  • Konzentrationsschwäche
  • Unentschlossenheit
  • Schuldgefühle, Selbstanklagen
  • Gestörte Farbwahrnehmung (alles ist grau)
  • Gedanken an Selbstmord
  • Körperliche Beschwerden und Missbefinden

Enkes Krankheit wurde erkannt. Aus Angst vor den Reaktionen der Öffentlichkeit und demJugendamt zog er die ambulante einer stationären Behandlung vor. Ein Fehler wie wir jetzt wissen. Wie im Fall Enke sind Selbstmordgedanken typisch für das Krankheitsbild. Tatsächlich nehmen sich rund 3-4 Prozent der Erkrankten das Leben, wobei der Anteil der Männer mit 70 Prozent deutlich höher ist als der der Frauen. Der belgische Radprofi Dimitri de Fauw litt ebenfalls an Depressionen, in Folge dessen er sich das Leben nahm. Auslöser war ein Radunfall beim Sechstagerennen 2006 in Gent. Nach einer schweren Kollision starb sein Radsport-Kollege damals an den Folgen seiner Verletzungen.

„Ich war todunglücklich.“

Das Krankheitsbild Depression kann jeden treffen. Meist führen mehrere Faktoren zum Ausbruch, sowohl körperliche als auch psychische. Durch die Gesellschaft formulierte Attribute wie beruflicher Erfolg, finanzielle Absicherung und Gesundheit sind kein Schutz vor dem Ausbruch der Krankheit. Das zeigt sich auch am Beispiel des Ex-Fußball-Nationalspielers Sebastian Deisler: «In Berlin habe ich in meiner Wohnung gesessen, ich war bekannt in ganz Deutschland, ich war oben angekommen, und vor der Tür stand ein Mercedes. Aber das alles hat mich nicht mehr glücklich gemacht… Ich war todunglücklich.» so Deisler in seiner Biografie „Zurück ins Leben“. Deisler begab sich in eine Klinik und konnte geheilt werden. Ebenso Skispringer Sven Hannawald, Sieger der Vier-Schanzen-Tournee 2002, litt an Depressionen im Anfangsstadium. Er beendete seine Karriere 2005 und ist heute unter anderemals Experte im ZDF tätig.

Italiens Nationaltorwart Gianluigi Buffon, die deutsche Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen und der brasilianische Fußballstar Adriano sind weitere prominente Fälle. Es ist zu anzunehmen, dass die Dunkelziffer weitaus größer ist.

Nützliche Links:

Tot durch zögern: Problematische Rechtsprechung im Afghanistan-Einsatz

Tot durch zögern: Problematische Rechtsprechung im Afghanistan-Einsatz
Der Luftangriff auf einen Tanklastzug mit zivilen Opfern zeigt das Problem der rechtlichen Lage von Bundeswehrangehörigen. Soldaten, die im Einsatz töten, bekommen keine Rückendeckung von der Regierung. Sie könnten vor Gericht als Mörder angeklagt werden.
Die Problematik besteht in der Betitelung des ganzen Einsatzes. Die NATO und somit die deutschen Soldaten befinden sich auf einer Mission zur Friedenssicherung. Das bedeutet eigentlich, dass sie durch ihre Anwesenheit und Schulungen der neuen Sicherheitskräfte für besagten Frieden und Sicherheit sorgen sollen. Es wäre schön, wenn sich der Einsatz nur auf diese Thematik beschränken würde. Dem ist aber nicht so.
„Unsere Soldaten stehen dort täglich im Gefecht, unsere Soldaten fallen, unsere Soldaten müssen töten.“ So schildert Oberstleutnant Ulrich Kirsch (58) die Situation der Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Es handelt sich um einen Guerillakrieg, in dem der Feind nicht immer klar zu erkennen ist, da er keine Uniform trägt. Die deutschen Patrouillen werden aus dem Hinterhalt angegriffen, es werden Bombenanschläge verübt und Selbstmordattentäter nähern sich in Zivilkleidung den Kontrollpunkten. Hierbei kommen tagtäglich Zivilisten und Soldaten zu Schaden oder werden getötet. Aus diesem Grund müssen Soldaten schnell handeln, um sich selbst,  das Leben ihrer Kameraden und das der Zivilbevölkerung zu schützen. Diesem schnellen Handeln wirft die Bundesregierung Knüppel zwischen die Beine. Durch die NATO-Regelung sollten die Einsatzkräfte nur zum Wiederaufbau und Schutz der Bevölkerung in Afghanistan sein. Da es kein offizieller Kriegseinsatz ist, können die Soldaten bei einer Tötung ohne einschlägigen Beweis für einen Angriff auf Leib und Leben wie ganz „normale“ Mörder abgeurteilt werden. Diese Möglichkeit im Hinterkopf, lässt viele Soldaten in unklaren Situationen zögern.
Handsignale und Warnschüsse halfen nicht
In der Vergangenheit kam es zu diversen Zwischenfällen, bei denen auch die Zivilbevölkerung Tote und Verletzte zu beklagen hatte. Solche Zwischenfälle treten aber nur auf, wenn die durch Bundeswehrsoldaten ausgegebenen Warnungen und Halteaufforderungen missachtet werden. Ein auf einen Kontrollpunkt zurasender PKW wurde beispielsweise durch Zurufe, Handsignale und Warnschüsse zum Halten aufgefordert. Nachdem der Fahrer nicht reagierte, fühlten sich die Soldaten einem Angriff ausgesetzt und eröffneten das Feuer auf den Fahrer. Dieser wurde dabei tödlich verwundet. Eine anschließende Untersuchung des Wagens konnte allerdings keine stichhaltigen Beweise für einen geplanten Anschlag erbringen. Daraus und aus anderen Vorfällen wie z.B. des Luftangriffs auf einen entführten Tanklastzug bei Kundus resultierten Untersuchungs- und Gerichtsverfahren gegen die beteiligten Soldaten.
Freibrief zum erschießen von Zivilisten
Aus diesem Grund ist es wohl angebracht, die Augen nicht mehr vor der Realität zu verschließen und der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Die Bundeswehr ist zum ersten Mal seit Gründung der BRD in einem Kriegseinsatz und die Soldaten sollten in ihrer Tätigkeit nicht durch ängstliche Politiker in ihrem Handeln eingeschränkt werden. Die Deklarierung als Kriegseinsatz würde den Soldaten mehr Rechte einräumen und sie auch vor Klagen oder schlimmerem bewahren. Einige Menschenrechtler kritisieren diese Veränderung als Freibrief zum erschießen von Zivilisten. Man sollte aber nicht vergessen, dass die Bundeswehr kein blutrünstig marodierender Moloch ist, sondern sehr wohl über ihre Verpflichtung gegenüber der Zivilbevölkerung bescheid weiß. Es wird wohl auch weiterhin Opfer unter Unbeteiligten geben, aber dies ist in einem Krieg wohl unvermeidlich.Der Luftangriff auf einen Tanklastzug mit zivilen Opfern zeigt das Problem der rechtlichen Lage von Bundeswehrangehörigen. Soldaten, die im Einsatz töten, bekommen keine Rückendeckung von der Regierung. Sie könnten vor Gericht als Mörder angeklagt werden.

Der Luftangriff auf einen Tanklastzug mit zivilen Opfern zeigt das Problem der rechtlichen Lage von Bundeswehrangehörigen. Soldaten, die im Einsatz töten, bekommen keine Rückendeckung von der Regierung. Sie könnten vor Gericht als Mörder angeklagt werden.

Die Problematik besteht in der Betitelung des ganzen Einsatzes. Die NATO und somit die deutschen Soldaten befinden sich auf einer Mission zur Friedenssicherung. Das bedeutet eigentlich, dass sie durch ihre Anwesenheit und Schulungen der neuen Sicherheitskräfte für besagten Frieden und Sicherheit sorgen sollen. Es wäre schön, wenn sich der Einsatz nur auf diese Thematik beschränken würde. Dem ist aber nicht so.

„Unsere Soldaten stehen dort täglich im Gefecht, unsere Soldaten fallen, unsere Soldaten müssen töten.“ So schildert Oberstleutnant Ulrich Kirsch (58) die Situation der Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Es handelt sich um einen Guerillakrieg, in dem der Feind nicht immer klar zu erkennen ist, da er keine Uniform trägt. Die deutschen Patrouillen werden aus dem Hinterhalt angegriffen, es werden Bombenanschläge verübt und Selbstmordattentäter nähern sich in Zivilkleidung den Kontrollpunkten.

Hierbei kommen tagtäglich Zivilisten und Soldaten zu Schaden oder werden getötet. Aus diesem Grund müssen Soldaten schnell handeln, um sich selbst,  das Leben ihrer Kameraden und das der Zivilbevölkerung zu schützen. Diesem schnellen Handeln wirft die Bundesregierung Knüppel zwischen die Beine. Durch die NATO-Regelung sollten die Einsatzkräfte nur zum Wiederaufbau und Schutz der Bevölkerung in Afghanistan sein. Da es kein offizieller Kriegseinsatz ist, können die Soldaten bei einer Tötung ohne einschlägigen Beweis für einen Angriff auf Leib und Leben wie ganz „normale“ Mörder abgeurteilt werden. Diese Möglichkeit im Hinterkopf, lässt viele Soldaten in unklaren Situationen zögern.

Handsignale und Warnschüsse halfen nicht

In der Vergangenheit kam es zu diversen Zwischenfällen, bei denen auch die Zivilbevölkerung Tote und Verletzte zu beklagen hatte. Solche Zwischenfälle treten aber nur auf, wenn die durch Bundeswehrsoldaten ausgegebenen Warnungen und Halteaufforderungen missachtet werden. Ein auf einen Kontrollpunkt zurasender PKW wurde beispielsweise durch Zurufe, Handsignale und Warnschüsse zum Halten aufgefordert. Nachdem der Fahrer nicht reagierte, fühlten sich die Soldaten einem Angriff ausgesetzt und eröffneten das Feuer auf den Fahrer. Dieser wurde dabei tödlich verwundet.

Eine anschließende Untersuchung des Wagens konnte allerdings keine stichhaltigen Beweise für einen geplanten Anschlag erbringen. Daraus und aus anderen Vorfällen wie z.B. des Luftangriffs auf einen entführten Tanklastzug bei Kundus resultierten Untersuchungs- und Gerichtsverfahren gegen die beteiligten Soldaten.

Freibrief zum Erschießen von Zivilisten

Aus diesem Grund ist es wohl angebracht, die Augen nicht mehr vor der Realität zu verschließen und der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Die Bundeswehr ist zum ersten Mal seit Gründung der BRD in einem Kriegseinsatz und die Soldaten sollten in ihrer Tätigkeit nicht durch ängstliche Politiker in ihrem Handeln eingeschränkt werden. Die Deklarierung als Kriegseinsatz würde den Soldaten mehr Rechte einräumen und sie auch vor Klagen oder schlimmerem bewahren.

Einige Menschenrechtler kritisieren diese Veränderung als Freibrief zum erschießen von Zivilisten. Man sollte aber nicht vergessen, dass die Bundeswehr kein blutrünstig marodierender Moloch ist, sondern sehr wohl über ihre Verpflichtung gegenüber der Zivilbevölkerung bescheid weiß. Es wird wohl auch weiterhin Opfer unter Unbeteiligten geben, aber dies ist in einem Krieg wohl unvermeidlich.

Paraskavedekatria-Phobie: Wie Freitag der 13. zu einer Volkskrankheit wurde

Die Angst vor der Unglückszahl 13 ist schon seit dem Mittelalter in so manch einem leichtgläubigen Kopf verwurzelt .Doch unseren nach Unglück lechzenden Mitbürgern scheint das nicht zu reichen. Um das Ausmaß der Panik noch zu erhöhen, gilt nun auch jeder Freitag mit dem besagten Datum als Vorreiter der Apokalypse. Aber wird uns der Himmel am Ende wirklich auf den Kopf fallen?

Die verfluchte 13

Um dem Datum der Angst auf den Grund zu gehen, muss man zuerst die Zahl 13 unter die Lupe nehmen.
In Hotels sucht man das Zimmer Nummer 13 vergeblich. Flugzeuge heben ohne Sitzreihe 13 ab und in Hochhäusern wird diese Etage einfach nicht benannt. Der gläubige Christ weiß, dass diese Zahl seit jeher Unglück und Verderben über die Menschheit bringt. Schon Jesus von Nazareth musste erkennen, dass das Dutzend des Teufels nicht gerade die Sternstunde seines irdischen Lebens einläutete. Ausgerechnet der 13. Jünger Judas, der sich auf Jesu Kosten beim Abendmahl durchfutterte, stellte sich im Nachhinein als Petze heraus. Das kostete den Messias bekanntermaßen den Kragen. Dieser hing dann am kommenden Freitag nicht mehr mit seinen Jüngern ab, sondern mit zwei zwielichtigen Gesellen in luftiger Höhe.

Der verdammte Freitag

Noch viel früher bewiesen Adam und Eva uns, dass auch der Freitag es faustdick hinter den Ohren hat. Gerade an diesem Tag rammten sie ihre Zähne begierig in die verbotene Frucht und brachten somit die ewige Verdammnis über die gesamte unschuldige Menschheit. Wie soll der Freitag denn da noch zu einem gelungenen Wochenendeinstieg werden? Dafür an dieser Stelle noch mal vielen Dank.

Der Börsenkrach von 1929 machte den Aberglauben dann perfekt. Zumindest für uns Europäer. Gottlob bewirkte die Zeitverschiebung, dass aus einem langweiligen amerikanischen Donnerstag für uns ein unglückseliger Freitag der 13. wurde.

Der verflixte Aberglaube

Leider bestätigen Statistiken die exorbitante Katastrophalität dieses Tages aber nicht im Geringsten. Um das Problem zu lösen, setzen sich wohlwollende Computerhacker gerne an einem Freitag wie diesen daran, die Welt mit neuen Viren und Trojanern zu beglücken. Schön, dass es dann wieder einen Grund zum Ärgern für die infantilen 30% der Bevölkerung gibt, die an diesen Unglückstag glauben.

Sicher ist: Der Fluch des Freitag dem 13. erreicht jeden der daran glauben will.
Ob man sich nun in den eigenen vier Wänden verbarrikadiert und beim Teekochen schlimmste Verbrennungen erleidet, oder auf offener Straße von einem blutrünstigen Chiwawa angeknabbert wird.
Darum: „Seien wir nicht abergläubisch – es bringt nur Unglück.”

Kurzinfos:

  • Jedes Jahr gibt es mindestens einen Freitag den 13. und höchstens 3
  • Donald Duck fährt einen 313er (eine schlimmere Kombination der Zahl 13 gibt es nicht)
  • Die Paraskavedekatriaphobie ist die Angst vor Freitag dem 13.
  • Die Triskaidekaphobie ist die Angst vor der Zahl 13