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Mallorca ist doch nicht deutsch

Fremde Länder und Städte sind ja immer eine willkommene Chance, neue Produkte auszuprobieren. Als wir zu einem Agentur-Meeting kürzlich auf dieser uns allen – zumindest vom Namen her – völlig unbekannten Insel namens Mallorca weilten – und das auch noch perfekt zur wunderbaren Mandelblüte, probierten wir dieses Produkt: Aigua de Seltz.

Und um es gleich zu sagen: Dieses (Soda-)Wasser schmeckte ganz schauerlich – Marke ungenießbar. Doch hätten wir wirklich etwas Positives erwarten können, nachdem die Vermarkter immerhin gleich drei Fehler in die Mini-Übersetzung gesetzt hatten? Da bleibt einem beim Lachen doch fast das Getränk im Halse stecken ….

Aigua de Seitz - Mineralwasser aus Mallorca - leider wenig lecker

Das große SZ — scharf oder nicht scharf?

Wenn die Deutschen etwas anpacken, dann wird es mitunter nicht nur kompliziert (wie zum Beispiel die neue deutsche Rechtschreibung oder das immmer wieder amüsante Thema LKW-Maut), sondern gerne auch fragwürdig. Neuestes Beispiel: Das „scharfe S“, gemeinhin aus Eszett oder Buckel-S genannt.

heute online berichtet: „Das ß gibt es nun auch als Großbuchstabe erstmals verankert in den internationalen Zeichensätzen ISO-10646 und Unicode 5.1. Es hat dort den Platz mit der Bezeichnung 1E9E. Das bestätigte das Deutsche Institut für Normung (DIN) in Berlin auf Anfrage.“

Abgesehen davon, dass das ß nur im deutschsprachigen Raum mit Ausnahme von Österreich und der Schweiz Verwendung findet, wie auch der Tatsache, dass ein großes ß typografisch eigentlich nur eine ziemliche Katastophe werden kann, darf man gespannt sein, wo das neue Buchstabenmitglied seinen Platz auf PC-Tastatren finden wird.

„Ob nun im nächsten Schritt die Tastaturen-Hersteller bereit sind, das ß aus seinem Schattendasein unter dem Fragezeichen zu erlösen, ist offen. Eine eigene Taste als vollwertiger 27. Buchstabe des Alphabets ist keine Kleinigkeit: ‚Das wäre ein erheblicher Eingriff in das Standard-Tastatur-Layout‘, sagt eine Sprecherin von Cherry, Marktführer bei Tastaturen in Deutschland. Ohne eigene Taste ließe sich die Tastatur zwar relativ leicht anpassen, eine Folge hätte dies aber für die beruflichen Schnellschreiber: ‚Das Maschineschreiben müsste dann teilweise neu gelernt werden'“ heißt es bei heute online weiter.

Wie ist eure Meinung zum „großen scharfen S“? Gut oder nicht gut? Notwendig oder unnötig? Rechts in der Sidebar findet ihr eine kleine Umfrage. Unter allen Teilnehmern verlosen wir eine Packung Eszett-Schnitten. Wohl das Beste, was man aus einem S machen kann!

Die neue deutsche Rechtsprechung

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Den Dudenverlag, die Institution, wenn es um die deutsche Sprache geht, kennen wir alle. Denn spätestens seit Einführung dessen, was gemeinhin als „neue deutsche Rechtschreibung“ bezeichnet wird, greift man — mehr oder minder freiwillig — gerne zu den gelben Nachschlagewerken aus Mannheim. So kommt es, dass der Name Duden unweigerlich mit dem Begriff der Rechtschreibung gleichgesetzt wird.

Doch jetzt wagen sich die Mitarbeiter des Bibliographischen Instituts & F. A. Brockhaus AG, zu dem der Dudenverlag gehört, auf neues Terrain: Mit der Einführung eines vierzehntägigen Podcasts verlassen Sie das Reich der Druckerschwärze und der Textverarbeitungsprogramme und präsentieren uns quasi die „neue deutsche Rechtsprechung“ — natürlich nicht, ohne uns auf die Bedeutung der Begrifflichkeit „Podcast“ hinzuweisen:

Beim „Podcast” handelt es sich um eine Reportage, einen Radiobeitrag o. Ä., der als Audiodatei im Internet zum Herunterladen angeboten wird. Dem Begriff „Podcast” liegt ursprünglich ein Eigenname zugrunde, und zwar der Handelsname für einen MP3-Player – „iPod®”. Hinzu kam die zweite Silbe des englischen Verbs „to broadcast” (= „senden, übertragen”).

Die erste Episode des Podcasts ist dem Altweibersommer gewidmet — reinhören kann man direkt auf der Website des Duden-Podcasts.

Fugen im Schiff

Der Duden ist die Instanz zur deutschen Sprache, und klärt uns alle regelmäßig über Kuriositäten und Wissenswertes rund um Rechtschreibung und Grammatik auf – so zum Beispiel auch über Fugen im Schiff:

Die meisten der Zusammensetzungen mit „Schiff“ als Erstglied werden mit einem Fugen-s gebildet wie beispielsweise „Schiffsarzt“, „Schiffsbauch“, „Schiffsbesatzung“, „Schiffseignerin“, „Schiffshebewerk“, „Schiffsjunge“, „Schiffskatastrophe“, „Schiffskoch“, „Schiffsladung“, „Schiffsmakler“, „Schiffsmannschaft“, „Schiffsrumpf“, „Schiffsschraube“, „Schiffstau, „Schiffstaufe“, „Schiffswerft“, „Schiffszimmermann“ oder „Schiffszoll“.

Ohne Fugen-s werden hingegen „Schiffbruch“, Schiffbrüchige“ und meist auch „Schiffschaukel“ (neben „Schiffsschaukel“) verwendet. Während „Schiffbau“ insbesondere im Ingenieurwesen ohne Fugen-s gebraucht wird, tritt daneben auch die Bildung „Schiffsbau“ auf.

Und weil wir gerade bei maritimen Rechtschreibthemen sind:

Bei der Frage nach einem deutschen Wort, in dem gleich zweimal drei gleiche Buchstaben hintereinanderstehen, ist „Flussschifffahrt“ ein heißer Tipp.

Wer die Buchstabenkombination unübersichtlich findet, kann auch mit Bindestrich schreiben: „Fluss-Schifffahrt“. Nicht zu empfehlen ist die Bindestrichschreibung im Zweitglied „Schifffahrt“; man schreibt also besser nicht „Fluss-Schiff-Fahrt“ oder „Flussschiff-Fahrt“.

In diesem Sinne: Mast- und Schotbruch!