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Helden der Liebe

Ich weiß ja: Diese Kampagne ist nicht mehr wirklich ganz jung. Aber ich finde sie noch immer ganz wundervoll. Gerade dieser zarte Umgang mit solch einem schwerwiegenden Problem wie Erektionsstörungen – und der Auswirkung auf das Liebes- und Beziehungsleben gerade älterer Menschen – hätte man von einem Pharmaunternehmen wie Lilly kaum gedacht. Und dazu online und offline schön verbunden: die Website www.helden-der-liebe.de, der tolle Kampagnen-Titel und die Plakatwerbung von Ogilvy Healthworld, wie sie mir alle zwei Wochen in Hannover in der U-Bahn begegnet. Mehr von solchen Kampagnen!

Helden der Liebe Plakatkampagne
Helden der Liebe Plakatkampagne

Tipp 3: Content is king

Dieser sicherlich etwas überbeanspruchte Spruch trifft bis heute gerade auf Websites voll zu. Denn Content-Qualität ist eines der entscheidenden Faktoren, um Nutzer an eine Site zu binden, sie immer wieder zurückzuholen, weil sie dort genau das finden, was sie suchen und was der Internet-Auftritt ihnen zu bieten vorgibt – und dies auch einhält.

Doch was heißt Content? Einfach nur die Website mit Inhalten füllen? Wohl kaum. Information, Service, Unterhaltung – mit diesen drei Begriffen lässt sich übergreifend charakterisieren, was die Website enthalten sollte: Information über Unternehmen, Produkt, Team, Leistungen, Standort, Presse; Services wie Termine, Publikationen, Newsletter, Shop, Recherchetools; Unterhaltung wie Umfragen, Gimmicks, Gewinnspiele, Online-Events. Und vieles mehr natürlich.

Und natürlich stets abhängig vom Zweck und dem Storyboard des Internet-Auftritts. Denn selbstverständlich gehören nicht alle drei Oberrubriken – und dann noch gleichberechtigt – zu jedem Internet-Auftritt. So wird die Website eines Versicherers den Schwerpunkt wohl eher auf die Elemente Information und Service legen, eine Trendmarke dagegen verstärkt auf Unterhaltungselemente zur User-Bindung setzen.

Gleichzeitig sollte sich jeder mit diesem Thema und seinen Inhaltsangeboten sorgfältig auseinandersetzen: Denn je hochwertiger und inhaltsreicher die platzierten Informationen sind, desto wahrscheinlicher ist z.B. ein gutes Suchmaschinen-Ranking sowie die Bereitschaft anderer Betreiber zu einem Linkaustausch. Doch dazu in einem anderen Tipp hier bei texterblog.de.

Tipp 2: Internet-Auftritte brauchen Vielfalt

Wer sich mit der Konzeption von Internet-Inhalten beschäftigt, sollte die Potenziale des Mediums auch berücksichtigen. Dies bedeutet u.a. in Schlagworten:

  • Multimediale Ansprache durch Kombination von Text, Ton und Bild bzw. die Integration von Videos, Fotos, Grafiken, Live-Berichten, Podcasts, Audio-Files etc.;
  • Aktuelle Inhalte, auf die im Internet durch die Schnelligkeit des Mediums und einfache Aktualisierungsinstrumente noch mehr geachtet wird;
  • Beschleunigte Kommunikationsprozesse und Informationstransfers, was übrigens für Versand und für Reaktion gilt;
  • Flexibilität durch inhaltliche Anpassungen unabhängig von Ort und Zeit;
  • Selektivität durch vom User selbst bestimmte Informationstiefe;
  • Interaktivität durch Integrierte Rückkopplung- und Dialogmechanismen.

Nächstes Mal: Tipp 3: Was heißt eigentlich Content?

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Was will mir nur die Bahn sagen?

Diese Frage fand ich doch mehr als berechtigt. Denn eigentlich sollte man doch wissen dürfen, was ein Produkt kostet, bevor man es bucht, oder? Fangen wir der Reihe nach von vorne an. Gestern brauchte ich ein Ticket von Berlin nach Danzig – und zwar einen Nachtzug. Also gab ich in die Bahn.de-Maske brav Berlin nach Danzig mit den passenden Daten an. Mich überraschte anfangs nicht, dass es hieß „Preisauskunft nicht möglich“. In jedem „normalen“ Unternehmen würde man später die Anfrage stellen können – und die passende Antwort erhalten. Also klickte ich weiter und weiter, gab als Reservierungsoption „Bett in 2-Personen-Abteil mit Dusche/WC“ ein, loggte mich daraufhin ein und wartete die ganze Zeit auf den Hinweis „hier Ihre Preisanfrage stellen und abschicken“.

Zum Schluss drückte ich auf „Buchen“. Jetzt musste doch wohl der Hinweis mit der Preisanfrage kommen. Nein, falsch geraten. „Vielen Dank für Ihre Buchung, die wir hiermit bestätigen“ oder so ähnlich landete erst in der Online-Maske und kurz danach in meinem E-Mail-Postfach. Ich war verblüfft. Hatte ich eine reale Buchung ohne Preiswissen durchgeführt? Was würde denn passieren, wenn der später abgebuchte Preis mir zu hoch wäre? Ob ich dann die Buchung wieder rückgängig machen kann? Fragen über Fragen, mit denen sich Juristen oder das BahnBlog sicherlich liebend gerne herumschlagen. Aber Normalbürger?

Übersetzen wir das doch mal auf den täglichen Lebensmittel-Konsum: Du gehst in einen Laden, kaufst eine Kiste Bier, bezahlst nicht, da der Preis fehlt, schleppst die Kiste nach Hause, wo dir dann kurz vor dem ersten „Plopp“ mitgeteilt wird, dass diese Kiste 6,99 Euro kostet. Du sagst dir „viel zu teuer“, verzichtest auf das „Plopp“ und stellst stattdessen die Kiste ins Supermarkt-Regal wieder zurück. Und das soll normal sein?

Tageszeitungen und Web 2.0: Passt das?

Eine interessante Untersuchung ist in der neuesten Ausgabe des wie immer spannenden Medium Magazins nachzulesen. So hatten Journalisten die Websites von 105 Tageszeitungen auf ihre Interaktivität untersucht. Ihr Fazit: „Vom virtuellen Gruselkabinett bis zum experimentierfreudigen Regionalblatt ist alles dabei.“ Während 75% der großen überregionalen Tageszeitungen Blogs in ihr Angebot integriert haben, sind es bei den regionalen ganze 21%. Auch wenn viele noch fest in den 90er Jahren steckengeblieben sind, gibt es – so der Bericht – auch lobenswerte Ausnahmen wie beispielsweise die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine.

Weitere Ergebnisse der Studie: Jede zweite Zeitungswebsite hat ein Forum, auch wenn sich mancherorts angesichts veralterter Einträge „schon Spinnweben auf der Site gebildet“ haben. Leserkommentare sind nur in 10% der Fällen möglich, Journalistenblogs mit Kommentarfunktion bieten gerade 19%, Chats 14% und Podcasts 8%. RSS-Feeds zur Abonnierung der Inhalte bzw. einzelner Rubriken waren nur in 43% der Fälle zu entdecken. Dagegen boten immerhin 37% Videos an, auch wenn die bewegten Inhalte nur selten aus Eigenproduktionen stammten.

Gerade wenn man diese Ergebnisse mit den amerikanischen Tageszeitungen vergleicht – wie es die Untersuchung macht – kommt man nur zu einem Fazit: Die deutschen Tageszeitungen haben noch viel zu tun, um wirklich erfolgreich und zielgenau durch das Web 2.0-Zeitalter zu marschieren. Von einer Liebe auf den ersten Blick ist auf jeden Fall nicht zu sprechen.

Wer sich fragt, wie wohl seine eigene Lieblingszeitung abgeschnitten hat, der kann jetzt in diesem Wiki die Ergebnisse nachlesen.